EYEVIDO-Studie: Webcam versus Eyetracker

Das Eyetracking-Start-up EYEVIDO hat in seiner aktuellen Studie untersucht, wie stark sich die Qualität von Eyetracking-Daten unterscheidet, wenn für die Erhebung ein Eyetracker oder ein neuartiger Ansatz unter Verwendung von Webcams genutzt wird. Die Ergebnisse sind beeindruckend und zeigen die Schwierigkeiten der neuen Technologie.

Gute Usability, also eine intuitive Bedienung, ist im Web durch hohen Konkurrenzdruck und unterschiedlichste Zielgruppen von wachsender Bedeutung. Mit Hilfe von Eyetracking wird im Rahmen von Usability-Tests untersucht, wie potenzielle Kunden Webseiten wahrnehmen und mit ihnen interagieren. Ziel ist es, die Informationsvermittlung und die Möglichkeiten zur Benutzerinteraktion zu optimieren. Wichtig ist es dabei für die Usability-Experten, häufig und unkompliziert Studien durchführen zu können.

Eyetracking-Daten werden bisher unter Verwendung von Spezialhardware, sogenannten Eyetrackern, erhoben. Eyetracker werden unter dem Computerbildschirm befestigt, arbeiten mit Infrarotlicht und liefern sehr genaue Daten darüber wohin eine Person auf dem Bildschirm blickt. Allerdings muss für Tests die Hardware zur Verfügung stehen. In den letzten Jahren ist eine neue Technologie entwickelt worden, die es ermöglicht, mit handelsüblichen Webcams Eyetracking-Daten zu erheben. Diese Systeme benötigen keine Spezialhardware, Eyetracking-Studien können somit sehr viel flexibler an jedem Computer mit einer Webcam durchgeführt werden. Webcam-Eyetracking ist allerdings weniger robust und reagiert sensibel auf Lichtquellen und Sehhilfen, die störende Reflektionen erzeugen.

Als Anbieter einer Cloud-Lösung für Eyetracking ist es das Ziel von EYEVIDO, die Durchführung von Usability-Tests mit Eyetracking möglichst unkompliziert und flexibel zu ermöglichen. Deshalb ist der Webcam-Eyetracking-Ansatz sehr attraktiv. In der vorgestellten Vergleichsstudie wurde untersucht, wie sich die unterschiedlichen technischen Voraussetzungen tatsächlich auf die Qualität der Daten auswirken.

Im Rahmen der Studie betrachteten 20 Teilnehmer nacheinander drei Webseiten. Währenddessen wurden die Blickdaten gleichzeitig mit einem Eyetracker und einem Webcam-System aufgezeichnet. Die Eyetracking-Daten wurden zunächst als Heatmaps visualisiert und verglichen. „Intensiv betrachtete Bereiche werden in diesem Fall rot markiert, nicht betrachtete Bereiche sind nicht eingefärbt“, erklärt Dr. Tina Walber und fasst zusammen: „Wir waren erstaunt, wie groß die Qualitätsunterschiede waren.“ Die Webcam-Daten sind sehr ungenau. Es erscheint der Eindruck, als würde eine zufällige Streuung vorliegen. Bei den Eyetracker-Aufzeichnungen konnten hingegen einzeln betrachtete Bereiche genau abgegrenzt werden. Der große Qualitätsunterschied wurde auch durch den Vergleich einzelner Fixationen zum gleichen Zeitpunkt deutlich: die Abweichung zwischen den Webcam-Daten zu den Eyetracker-Daten betrug im Durchschnitt 6 cm. Eine zusätzliche Analyse anhand von „Areas of Interest“ (AOI) verdeutlicht die daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Interpretation der Daten.

„Fazit der Studie ist, dass die Erhebung von Eyetracking-Daten mit Webcams trotz der Attraktivität des Ansatzes leider keine Alternative zur Nutzung von Eyetrackern darstellt. Die Qualität der Webcam-Daten ist im Vergleich zu den mit Eyetrackern erhobenen Daten gerade für Usability-Studien ungenügend“, so Dr. Tina Walber.

Die Studie „Flexibilität versus Qualität – Eyetracking mit Webcam oder mit Eyetracker?“ ist hier https://eyevido.de/wp-content/uploads/2020/08/Studie_Qualitaet_versus_Flexibilitaet.pdf als kostenloser Download verfügbar.

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